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Herne. Zahlreiche Einrichtungen nahmen in Herne am Sonntag am Tag des offenen Denkmals teil. So auch die Löwenkirche an der Hauptstraße und der Hof von Michael Waning in Sodingen. Wie überall in der Republik gab es auch gestern in Herne am Tag des offenen Denkmals spannende Einblicke in geschichtsträchtige Gebäude. In der Stadt standen vor allem die Kirchen im Mittelpunkt. So auch die katholische Kirche der St.-Joseph-Gemeinde - die „Löwenkirche“.Küster Lothar Buse (73), der dieses Ehrenamt seit 15 Jahren ausübt, führt durch die Kirche und erzählt aus ihrer Geschichte: „Die Gemeinde gründete sich Ende des 19. Jahrhunderts, als der Zuwandererstrom boomte“. erklärt er. Damals hielten die Mitglieder ihre Messen noch in einer Notkirche ab. Als es 1909 endlich grünes Licht zum Bau einer neuen Kirche gab, dauerte es noch zwei Jahre bis zur Grundsteinlegung.Von den alten Gemäuern ist heute nicht viel übrig geblieben. „Vom zweiten Weltkrieg wurden auch wir nicht verschont“, so Buse. Der Wiederaufbau zog einige Veränderungen mit sich, die die Akustik und die Sicht auf den Altar verbessern sollten. Als bauliches Vorbild diente eine italienische Kirche in Verona. „Aus dieser Zeit stammt nur noch der Altar“, sagt Buse, denn 1973 wurde die Kirche komplett renoviert. Und dabei „wurde leider sehr viel weggeschmissen“. Organist Andreas Knopp (48), seit 2006 in der Kirche aktiv, erklärt seinen Arbeitsplatz. So ein Orgelpult wirkt auf den Laien recht unübersichtlich. „Alles was ich hier betätige, funktioniert im Prinzip wie beim Lichtschalter“, erklärt Knopp seine „elektro-pneumatische Orgel“. Heißt: Alles bewegt sich mit Hilfe von Strom und Magneten. Besonders die großen Orgelpfeifen schinden Eindruck, doch: „Die könnte man auch oben absägen, entscheidend ist nur die Länge unter der Öffnung“. Neben den Kirchen stehen in Herne auch Höfe unter Denkmalschutz. So auch der Hof von Michael Waning an der Oestrichstraße in Sodingen, Baujahr 1821, den er seit 1994 liebevoll restauriert. „Wir haben den Hof so zurückgebaut, wie er mal war“, sagt Waning. Haupthaus, Scheune und der ehemalige Schweinestall stehen unter Denkmalschutz. Das Fachwerk und die Fußböden erstrahlen nun in neuem Glanz. „Mit der Grundsanierung sind wir fertig. Man braucht dazu Durchhaltevermögen, vor allem, weil so ein Umbau sehr viel Geld frisst.“ Waning beschäftigt sich hauptberuflich mit alten Gemäuern und deren Instandsetzung durch rein ökologische Baustoffe wie z.B. Lehm mit Holzanteilen. Passend dazu lief parallel zur Besichtigung des Denkmals eine Messe, die sich mit dem Thema ökologische Bauweisen beschäftigt. Vorträge zur optimalen Nutzung von Regenwasser und anderen Fachbereichen rundeten das Programm ab. Ein grundlegendes Problem sei zur Zeit die Nutzung des Hofes, so Waning. Ein Café sei geplant gewesen, habe aber wegen fehlender Genehmigungen nicht realisiert werden können. „Inzwischen sind hier Wohneinheiten entstanden.“ Als weitere Nutzung könnte Waning sich ein ökologisches Zentrum vorstellen, das über gesundes Leben und Bauen informiert.
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